Die Kakao Geschichte

Was ist Kakao ?
Der eine kennt es als Kakao, der andere unter Trinkschokolade oder  Heiße Schokolade. Hierbei handelt es sich um ein Getränk das mit kakaohaltigen Produkten auf Basis von Wasser und/oder Milch zubereitet wird.  Je nach Zubereitungsart wird hierzu Kakaopulver, (Tafel-)Schokolade, ein Kakao- bzw. Schokoladehaltiges Instantpulver oder eine hochdosiertes Sirup verwendet. Das Endprodukt wird sowohl heiß als auch kalt getrunken. Der Kakao hat schon eine lange Geschichte, die wir ihnen in den nächsten Zeilen gerne etwas näher bringen möchten.

Schon im Jahre 300 nach Christus waren Kakaobohnen ein sehr wichtiges Handelsgut und Zahlungsmittel der Majas.

Bei den Azteken war es normal Kakaobohnen zu horten, so hatten die Herrscher ungeheure Mengen des Genussmittels. Kakaobohnen waren auch Zahlungsmittel im Reich der Azteken, so hatte beispielweise eine Truthahn den Wert von 200 Kakaobohnen. Mit den Kakaobohnen verhielt es sich allerdings nicht anders als mit anderen Währungen, auch sie wurden gefälscht indem sie in Wasser aufgequollen wurden oder die Bohnen aschgrau gefärbt wurden (aschgrau war die Farbe der edelsten Bohnen). Unserer leckeren Trinkschokolade ist sogar ein Krieg anzuhängen, die Azteken eroberten Soconusco gewaltsam nur um die Versorgung mit Kakaobohnen sicherstellen zu können. Für die Azteken war die Kakaobohne auch ein sehr religiöses Symbol das in vielen Ritualen oder Zeichnungen auftauchte.

Im Jahre 1502 nach Christus lernte Columbus den Kakao kennen, als er Amerika entdeckte.

Der Spanier Hernando Cortez interessierte sich seinerzeit sehr für die Kakaobohne, als er das Aztekenreich eroberte brachte er das Genussmittel mit auf den heimischen Kontinent. Damals galt Kakao noch als stärkendes Mittel und wurde in Apotheken verkauft. Zunächst wurde die Bohne in Europa kaum genutzt, bis eines Tages ein Koch auf die Idee kam den Kakao mit Wasser und Honig zuzubereiten, und somit die erste Trinkschokolade herzustellen. Zunächst war das Getränk ausschliesslich für die wohlhabenderen Menschen gedacht, jedoch änderte sich dies Mitte 1800, als das Getränk endlich für jeden Zugänglich gemacht wurde.

1830 entwickelte der Niederländer van Houten das Dutching. Beim Dutch Prozess wird das “braune Gold” mit Alkalien wie z.B. Natriumcarbonat behandelt, sodass das Produkt besser wasserlöslich, süßer, dunkler in der Farbe sowie weicher im Geschmack wird. Das Dutching vermindert außerdem den Anteil der Antioxidantien, die im Kakao enthalten sind.

Nachdem Ende des ersten Weltkrieges wurde der Import von Rohkakao in Deutschland verboten. Selbst Zucker wurde nur in begrenzten Mengen ausgegeben. Viele ausländische Firmen aus den USA oder Frankreich versuchten ihre Produkte auf dem deutschen Markt zu verkaufen. Ab 1920 lief der Handel mit Kakao wieder besser, als der erste Weltkrieg begann gab es lediglich ca. 180 Schokoladenhersteller in Deutschland, 1925 war die Zahl bereits auf ca. 350 Hersteller gestiegen. Bei der Machtübernahme der NSDAP im Jahre 1933 begannen die Vorbereitungen für den zweiten Weltkrieg und die Wirtschaftliche Vereinigung der Deutschen Süßwarenindustrie löste den Verband der Schokoladenfabrikanten ab und kontrollierte von nun an wieviel Schokolade für das Deutsche Reich hergestellt werden musste. Als der 2. Weltkrieg begann wurde Schokolade gänzlich vom Markt genommen, sodass kein Zivilist mehr in den Genuss der Produktes kam. Der Gesamte Bestand wurde an die Soldaten verteilt, und importiert wurde gar nicht mehr.

Nach dem zweiten Weltkrieg entstanden zwei differenzierte Welten von Schokolade. In Westdeutschland war Schokolade nur durch die Besatzungsmächte erhältlich. Die geflüchteten Ostdeutschen Schokoladenhersteller wurde in Westdeutschland unterstützt, sodass sie zerstörte Fabriken wieder reparieren und eröffnen konnten. Bis ins Jahr 1964 wurden die Preise für Schokolade fest vorgeschrieben, als diese Preisbindung aufgehoben wurde begann der Konkurrenzkampf und viele Unternehmen mussten schliessen. Ab 1970 sank die Zahl der Unternehmen immer weiter, nur die großen Unternehmen konnten den Konkurrenzkampf überstehen, dadurch dasdie Herstellung von Schokolade immer mehr automatisiert wurde, fielen immer mehr Arbeitsplätze weg und die Zahl der hergestellten Ware stieg. Die Fabrikanten in Ostdeutschland wurden enteignet und somit enstanden die Volkseigenen Betriebe (kurz VEB).

Während des Bestehens der DDR herrschte ein permanenter Rohstoffmangel, sodass mit vielen Ersatzrohstoffen wie zum Beispiel Erbsenmehl produziert wurde. In den Nachkriegsjahren wurden oft Ersatzschokoladen hergestellt, die erfolgreichste Schokolade war die Vitalade. Da die Rohstoffe fehlten, wurden gehärtetes Pflanzenfett, Sojamehl, Braumalz und Haferflocken verwendet. Bis zur Wiedervereinigung wurde in der DDR die beliebte “Schlager Süßtafel”, die ohne jegliche Bestandteile von Kakao hergestellt wurde, vertrieben.

Auch heutzutage gilt Kakao in manchen Regionen noch als Medizin, in der Schweiz wird das Getränk von einigen Leuten als süßes Schmerzmittel bezeichnet, das es die Verklumpung der Blutplättchen vermindert.

Heutzutage stammt unser Kakao zum größten Teil aus dem westlichen Afrika.

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